Diesellokomotive 106 100

Rangierdiesellok – rollfähig
für den mittelschweren Rangierdienst

Mitte der 50er Jahre entwickelte die Deutsche Reichsbahn ein Leistungsprogramm für Diesellokomotiven, worin auch eine Lokomotive mit einer Leistung von 600 PS enthalten war. Solche Maschinen sollten im leichten Streckendienst auf Nebenbahnen, im Rangier- und im Arbeitszugdienst zum Einsatz kommen, um die Dampflokomotiven der Baureihen 89, 91 und 92 zu ersetzen. Der VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ in Babelsberg stellte Anfang 1959 mit Bauteilen und Aggregaten aus DDR-Produktion die Baumusterlokomotive V60 1001 fertig. Die erste Streckenfahrt Drewitz – Seddin – Drehwitz fand am 05.02.1959 ohne Belastung statt.

Erstmals unter Last wurde am 5. März 1959 eine Fahrt mit dem Lokomotivmesswagen 1 der Versuchs- und Entwicklungsstelle für die Maschinenwirtschaft der DR und der Bremslokomotive 19 017 durchgeführt. Die Fahrt ergab befriedigende Ergebnisse. Nach mehreren Betriebserprobungen und nach verschiedenen Bauänderungen begann im Jahr 1961 der Serienbau dieser dieselhydraulischen Rangierlokomotiven.

Die 106 100-1 gehört noch zur ersten Serie, wurde 1963 von LKM mit der Fabriknummer 270102 erbaut und als V60 1100 an die Deutsche Reichsbahn abgeliefert. Bei der DB AG erhielt die Lok, zur Kleinlokomotive zurückgestuft, die Bezeichnung 346 100-1.
Im Jahre 1963 erfolgte entsprechend den Betriebserfahrungen eine Überarbeitung der Konstruktion dieser Baureihe. Die überarbeitete BR V 60 wurde 1964 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt. Die Produktion dieser zweiten Serie der V60 übernahm der VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ in Hennigsdorf. Nachdem die Nummernfolge bei 106 999 erschöpft war, ordnete man die weiteren Lokomotiven als Baureihe 105 ein. Die Serienproduktion der Lokomotive des Typs V60, ab 1970 als Baureihe 105/106 bezeichnet, endete 1982 mit der Maschine 105 165-5. In den 21 Produktionsjahren wurden rund 1’000 Stück für Industrie und Export gefertigt.