Diesellokomotive 118 505

Streckendiesellok 118 005-8 – rollfähig
für den Reise- und Güterzugdienst

Mitte der 50er-Jahre erarbeitete die Deutsche Reichsbahn ein Programm zur Traktionsumstellung von Dampf- auf Diesellokomotiven. Als Standard-Streckenlokomotive war dabei die Baureihe V180 mit hydraulischer Kraftübertragung vorgesehen. Sowohl im Reisezug-, wie im Güterverkehr einsetzbar, sollte sie die Dampflokomotivbaureihen 23.0, 23.10, 50, 52 und 65.10 ersetzen. Bis 1963 lieferte der VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ in Babelsberg vier Versuchslokomotiven. Das Herstellerwerk unterzog zusammen mit dem Institut für Schienenfahrzeuge der DDR und der Versuchs- und Entwicklungsstelle der Maschinenwirtschaft der DR (VESM), die Lokomotiven einer eingehenden Erprobung. Anfängliche, entwicklungsbedingte Mängel, konnten dabei überwunden und die technischen Bedingungen der vereinbarten Parameter eingehalten werden. So konnte im ersten Halbjahr 1963 eine erste Kleinserie der Lokomotiven V180 005 bis V180 009 an die Deutsche Reichsbahn ausgeliefert werden. Noch im selben Jahr folgten zehn weitere Maschinen mit fortlaufender Ordnungsziffer. Ende 1965 wurde mit der V180 087 die letzte Lok dieser Unterbaureihe, fortan als V180.0 bezeichnet, in Betrieb genommen.

Bei der nachfolgenden Serie von weiteren 82 Einheiten wurde die bewährte Grundkonzeption vollständig beibehalten. Aufgrund der bisher gemachten Betriebserfahrungen erfuhren jedoch zahlreiche Baugruppen und Bauteile Verbesserungen. Der markanteste optische Unterschied war dabei der Ersatz der äußeren Fenster an den Seitenwänden durch Lüftungsgitter, um die Belüftung des Maschinenraums nach Umstellung auf Außenluftansaugung nicht zu verschlechtern. Technisch machte sich vor allem die höhere Zugkraft bemerkbar, so dass die Lok sehr universell eingesetzt werden konnte. 
Es verwundert deshalb kaum, dass die DR im Rahmen planmäßiger Ausbesserungen begann, Lokomotiven der mittlerweile als Baureihe 118.0 bezeichneten Serie, auf leistungsstärkere Dieselmotoren und Strömungsgetriebe umzurüsten. Zur besseren Unterscheidung erhielten sie dabei eine um 500 erhöhte Ordnungsnummer und wurden so zur Baureihe 118.5 nummeriert. Die parallel zu den Unterbaureihen V180.0 und V180.1 entwickelte, sechsachsige Ausführung für den Dienst auf Nebenstrecken, ist ab der Ordnungsnummer 201 eingereiht und bildet als V180.2 eine weitere Unterbaureihe. Auch sie erfuhr eine Aufrüstung und mutierte dabei zur Baureihe 118.6.

Die sich im Bestand der nicht betriebsfähigen Triebfahrzeuge des Bw Arnstadt/hist. befindliche V180 005 ist nicht nur die erstgelieferte Serienlokomotive der Baureihe V180, sondern die erste Streckendiesellok überhaupt, die serienmäßig von der Schienenfahrzeugindustrie der DDR an die Deutsche Reichsbahn geliefert und am 30. Januar 1963 in Betrieb gesetzt wurde. Die Lokomotive ist deshalb bereits vom Ministerium für Verkehrswesen der DDR als „historisches Fahrzeug“ eingestuft und von der damaligen Rbd Berlin in museumsgerechtem Zustand betriebsfähig vorgehalten worden.
Auch unsere Maschine wurde im Raw „Wilhelm Pieck“, in der damaligen Karls-Marx-Stadt, aufgerüstet und wechselte so am 11. November 1980 die Bezeichnung von 118 005-8 auf 118 505-7. Mit Beginn des Jahres 1992 erfolgte im Rahmen der Anpassung an das Nummernschema der Deutschen Bundesbahn die Umzeichnung in 228 505-4. Nach der Übernahme der Traditionslok durch das DB-Museum Nürnberg, gab es mit 288 185-2 nochmals eine neue Bezeichnung, die aber nur im Schriftbuch zur Anwendung kommt. Nachdem die Maschine lange in Berlin betreut wurde, konnte sie im März 2002 mit dem Einverständnis der bisher dafür zuständigen BSW-Gruppe als langfristige Leihgabe des DB-Museum in das Museum des Bw Arnstadt/hist. überführt werden. Mit der ebenfalls im Bestand befindlichen 118 749-1, einer Lok der sechsachsigen Baureihe 118.6, können sowohl die Variante für Hauptlinien, wie auch für Nebenstrecken präsentiert werden.