Diesellokomotive 131 072

Streckendiesellok – Ausstellungsexponat
für den Reise- und Güterzugdienst

Die Baurreihe 131 bezeichnet eine normalspurige Diesellokomotive mit elektrischer Kraftübertragung und einer Leistung von 3000 PS. Diese Lokomotivbauart wurde von der Deutschen Reichsbahn in den Jahren 1972 bis 1973 aus der Sowjetunion bezogen, um den Traktionswechsel in den 70er Jahren mit leistungsfähigen Lokomotiven zu bewältigen. Die Lokomotiven der Baureihe 131 waren für den Einsatz im schweren Güterzugdienst vorgesehen, was eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h und das Fehlen einer Zugheizanlage zur Folge hatte. Die ersten Lokomotiven der Baureihe 131 erhielt das Bw Arnstadt im Jahr 1979, um Triebfahrzeuge der Baureihe 120 auf den steigungsreichen Strecken des Thüringer Waldes abzulösen.

Zwei Jahre später waren alle Taigatrommeln auf diese Weise ersetzt worden. Noch in den 90er Jahren liefen bis zu 11 Lokomotiven der Bauart 131 im Bw Arnstadt. Mit der 131 160-4 und der 131 164-6 waren darunter auch zwei Umbaulokomotiven aus der Baureihe 130. Die Lokomotiven wurden im Raw „Hermann Matern“ in Cottbus aus 130 060-7 und 130 064-9 umgebaut.
Das Haupteinsatzgebiet der 131 im Bw Arnstadt waren die Strecken Arnstadt – Oberhof – Grimmenthal – Meiningen und Arnstadt – Plaue – Ilmenau. Im Jahr 1991 stellte man die ersten Lokomotiven dieser Baureihe von der Ausbesserung zurück. Am 25.10.1994 nahm die Baureihe 131 endgültigen Abschied vom Betriebsdienst im Bw Arnstadt.

Heute verkehren bei der DB AG nur noch die „Schwester-Ludmillas“ der Baureihen 232, 234 und 241. So erinnert die 1973 mit der Fabriknummer 0186 in der russischen Diesellokomotivfabrik „Oktoberrevolution“, Woroschilowgrad erbaute 131 072-1 im Eisenbahnmuseum Bw Arnstadt/hist. an diese früher alltägliche Lokomotiv-Gattung der Deutschen Reichsbahn und blieb der Öffentlichkeit erhalten.